Buchweizen - das Korn der Vogelpark-Region

Buchweizen, das der Vogelpark-Region



Einst Arme-Leute-Essen. Heute gesunde Delikatesse der Vogelpark-Region.

Buchweizen ist keine Getreideart, sondern gehört zur Familie der Knöterichgewächse, bei denen die Stengel knotig gegliedert sind und jeder Knoten von einer röhrigen Scheide umhüllt ist. Wegen seiner mehlhaltigen Früche ist der Buchweizen aber ähnlich wie Getreide nutzbar. Blüten und Kraut des Buchweizen enthalten Rutoside, die bei Venenleiden medizinische Verwendung finden. Er gilt generell als wertvolles Nahrungsmittel mit viel Eiweiß und Stärke.

Die Pflanzen sind einjährig, etwa 30 bis 50 Zentimeter hoch, haben gestielte herzförmige Blätter und weiße oder rosarote Blüten, die zu vielen Rispen zusammen stehen. Die Stengel färben sich vor dem Fruchten rot. Ein Buchweizenfeld sieht während der Blüte wie ein weißer oder rötlich überhauchter Schnee aus und duftet außerdem kräftig. Mitte Mai ist Säzeit. Die Samen reifen innerhalb von 10 bis 12 Wochen. Eine einzelne Pflanze trägt bis zu 1800 Blüten. Wegen unsicherer Fremdbestäubung bringt der Buchweizen aber nur etwa neun Früchte pro Pflanze.



Buchweizen



In jeder Blüte reift eine Frucht. Sie ist dreikantig, etwa 4 bis 6 Millimeter lang und etwa 3 Millimeter breit und sieht wie eine kleine Buchecker (Frucht des Laubbaums Buche) aus. Daher rührt vermutlich der Name Buchweizen.

Das Buchweizenmehl ist zum konventionellen Brotbacken wegen seines fehlenden Klebers (Gluten) nur dann brauchbar, wenn es mit Weizen oder Roggenmehl versetzt wird. Moderne Backrezpete setzen inzwischen auf komplett glutenfreie Verarbeitung. Hier hat sich eine Ernährungslücke für glutenempfindliche Mitmenschen geschlossen.

Buchweizen kann daher für moderne Erzeugnisse oder für traditionelle Speisen eingesetzt werden. Traditionelle Speisen sind z.B. handdicke Pfannkuchen mit Speck gebraten, die auch kalt gut schmecken. Ebenfalls traditionell sind Buchweizentorte oder Buchweizenwaffeln. Die örtliche Gastronomie hat sich in den letzten Jahren wieder auf die Verarbeitung von Buchweizen besonnen.

Echter Buchweizen wurde wahrscheinlich zuerst in China kultiviert. Neben seiner Rolle als Samenlieferant für Buchweizenmehl ist Buchweizen eine gute Bienennährquelle.

Im Anbau ist Buchweizen anspruchlos und gedeiht auch in sonst ziemlich unfruchtbaren Heide- und Moorgegenden. Vor allem seit im 18. Jahrhundert der Anbau von Kartoffeln stark zunahm, die ebenfalls auf relativ schlechten Böden noch gut gedeihen, ging die Bedeutung des Buchweizens als Nahrungslieferant deutlich zurück. Heute wird Buchweizen in der Lüneburger Heide aber wieder verstärkt angebaut und seine Frucht als Rohstoff für schmackhafte Delikatessen verwendet.


Diese Seite verwendet Cookies um Inhalte technisch anzeigen und Statistiken erstellen zu können. Mit der Nutzung unserer Webseite stimmen Sie dem zu!   Details ansehen